Teilprojekt TU Braunschweig

Ziel des Teilprojektes „Analyse von nieder- und hochfrequenten Deformationsprozessen von Infrastrukturanlagen und geodynamischen aktiven Gebieten mit bodengebundenem Radar“ ist es, das interferometrische Messprinzip der Radar-Fernerkundung für terrestrische Anwendungen nutzbar zu machen.

Hier sind zwei grundsätzlich verschiedene Anwendungsbereiche zu unterscheiden, für die im Rahmen dieses Teilprojektes nachhaltige Methoden erarbeitet werden sollen:

1) Niederfrequente Deformationsprozesse, bei denen das allmähliche, über längere Zeiträume ablaufende Bewegungsverhalten überwacht werden sollen. Neben gleichförmigen sind auch aperiodische Bewegungsvorgänge analysierbar. Sinnvoll ist das Beobachten und die Analyse des langfristigen Bewegungsverhaltens von Geoobjekten, z. B. von rutschungsgefährdeten Hängen, der Abbruchkanten von Steinbrüchen, sowie im internationalen Rahmen von Vulkanen, Gletschern und anderen geodynamisch aktiven Gebieten. Ebenso ist solch ein eher statisches Monitoring mit ganzheitlicher Geometrieinformation ideal für Infrastrukturanlagen, wie hohe Gebäude, Stauanlagen und Brücken.

2) Hochfrequente Deformationsprozesse, die eine unmittelbare Erfassung der geometrischen Deformationen einer Struktur mit einer Genauigkeit bis 1/10 mm bei einer Frequenz bis zu 200 Hz erforderlich machen. Noch weiterreichend sind Möglichkeiten des GBSAR (Ground Based Synthetic Aperture Radar), das integrale Schwingungsverhalten einer größeren Struktur in Echtzeit zu bestimmen und somit auf den bisher erforderlichen enormen Aufwand mit einer Vielzahl unterschiedliche Sensoren mit komplexer Datenerfassung und Auswertung zu verzichten.

Erste Testmessungen im Bereich des statischen Monitoring und der Beobachtung hochfrequenter Deformationsprozesse wurden hierzu im Oktober 2009 durchgeführt. Die 0-Epochen für die Analyse niederfrequenter Deformationsprozesse wurden an der Okertalsperre und einem Rutschungshang gemessen. Die Messungen für Frequenzanalysen an Bauwerken umfassten einen 180m hohen Schornstein in Braunschweig und die Verkehrsbelastungen an einer Autobahnbrücke.

Weitere Informationen des Instituts für Geodäsie und Photogrammetrie finden Sie auf folgender Homepage: