Teilprojekt Leibniz Universität Hannover

Die Persistent Scatterer Interferometrie (PSI) ist eine Erweiterung der klassischen Radarinterferometrie mit dem Ziel Geländedeformationen zu bestimmen.
Der PSI-Technik liegen zwei wesentliche Ideen zugrunde. Zum einen wird die Auswertung auf phasenstabile Auflösungszellen beschränkt. Diese phasenstabilen Auflösungszellen werden als Persistent Scatterer (PS) bezeichnet. Zum Anderen wird ein Stapel von Interferogrammen zur Schätzung der Atmosphäre verwendet.

In ihrer ursprünglichen Form wurde die PSI-Technik für Daten von SAR-Sensoren mit einer Bodenauflösung von etwa 10 Metern entwickelt. Eine sichere Zuordnung von PS zu Objekten der Szene war dabei nicht oder nur eingeschränkt möglich, so dass kein oder nur wenig Wissen über die Beziehung der einzelnen PS zueinander in die Auswertung eingeführt wurde. Dieser Zustand hat sich durch den Start der TerraSAR-X Mission grundlegend geändert, was vor allem in der deutlich besseren Bodenauflösung des TerraSAR-X Sensors begründet liegt.

Das Teilprojekt "Strukturelle und thematische Analyse von Deformationsprozessen aus differentieller SAR-Interferometrie durch automatische Bildinterpretation von SAR-Bildern"  hat zwei Ziele. Das Erste ist die Zuordnung von PS zu einzelnen Gebäuden bzw. Gebäudestrukturen, was z.B. eine detaillierte  Beschreibung und Modellierung der Verformung eines konkreten Gebäudes oder Teilen davon ermöglicht. Dabei werden zunächst verschiedene Strategien für die Zuordnung untersucht. Eine Möglichkeit ist beispielhaft in Abb. 1  dargestellt.

Dabei wurden typische Gebäudeteile wie Außenlinie und Fensterreihen in einem 3D-Stadtmodell extrahiert und in die Radargeometrie projiziert. Identifizierte PS können nun mithilfe dieser zusätzlichen Daten einem der Gebäude bzw. sogar Strukturen eines Gebäudes zugeordnet werden.  

Das zweite Ziel ist die Erkennung von Mustern in den PS-Daten. So sollen z.B. regelmäßige Strukturen erkannt werden, wie sie etwa durch Reihen von Fenstern und Balkonen entstehen. Die Erkennung solcher Strukturen kann die PSI-Auswertung in Hinblick auf Geländedeformationen stützen.

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